Traum 5: Ich bin Ich

Die Stadt führt einen Hügel hoch. Oben gibt es für mich mehrere Wege zur Auswahl. Aber alle führen an das gleiche Ziel. Jedoch sind die Wege unterschiedlich lang. Und ich habe mich versprochen, mich zu beeilen. ER vertraut darauf – vertraut auf mich.

Also laufe ich den schnellsten – und langweiligsten – Weg entlang. Aber zu meiner großen Überraschung ist am Ende dieser Straße ein Zaun. Es ist ein speziell für mich errichteter Zaun, denn ich habe in meinen Träumen noch nicht herausgefunden, wie ich ihn überwinden kann. Wenn ich ihn berühre, werde ich aus dem Traum geschmissen. Und das will ich nicht.

Also laufe ich den nächsten Weg, wobei er ein wenig wie ein Labyrinth aufgebaut ist. Ich muss mich stark konzentrieren, um in keine der Fallen zu treten. Dann kann ich endlich den Friedhof sehen, auf dem sich das Haus befindet, zu welchem ich gelangen muss. Aber auch hier ist ein Zaun, was ich theoretisch bereits wusste. Deswegen laufe ich außen rum, zu einer engen Stelle, an der der Zaun nicht errichtet werden konnte.

Ich klettere hindurch und eile zu dem Haus. Die anderen warten bereits auf mich. Dennoch stellen sie nicht infrage, warum ich so spät dran bin. Ich hole aus dem Nebenraum das Buch, das wir besprechen müssen. Dann setzte ich mich zu ihnen an den Tisch.

Ich sehe aus dem Fenster und sehe vier Grabsteine. Die ersten drei Namen entsprechen den drei Menschen, dessen Gestalt die anderen angenommen haben. Aber auf dem letzten Grab steht mein Name.

Und somit habe ich auch die Erklärung, warum ich meine Gestalt verändert habe. In meinem Ohr höre ich dabei die Zeile aus einem Lied, das ich zurzeit recht häufig höre: „Meißelt nun in alle Grabsteine: Hier ruht Niemand.“

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