Deutschlands Maere – Teil 3 – Die Welle

Regungslos beobachtete der Adler das Geschehen.

Ein Vogel nach dem anderen zog ein. Dann kamen sie in Gruppen. Zunächst waren es einzelne Gruppen von zwei bis drei Vögeln. So zog es sich über eine Stunde lang hin. Dann wurden die Gruppen größer, erst vier bis sieben, dann zehn bis 15, über 30 und dann weit über 50.

Der Adler begann zu zittern. Der Himmel färbte sich schwarz, doch nicht von der Dunkelheit der Nacht. Es war die Welle an Zugvögeln, die ihn gänzlich abgedunkelt hatte. Unbemerkt war der Mann in Blau an den Adler herangetreten. Doch seine Kleidung verbarg er unter einem schwarzen Mantel.

„Vertrau mir, Hræsvelgr, wir schaffen das“, flüsterte der Mann ihm mit rauer Stimme zu. Und trotz all des Lärmes, den seine Artgenossen am Himmel veranstalteten, vernahm er das Echo des Mannes in der Ferne – Es waren die gleichen Worte, gesprochen mit der Stimme einer Frau.

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