Deutschland hat ein Müllproblem – Ein Ausflug zum Minigolf

Ich beobachte die anderen Spieler – davon sind zu genüge da. Ein jeder von ihnen – selbst die Touristen – werfen ihren Müll ordnungsgemäß weg. Es scheint also wohl doch an den Menschen zu liegen, dass der Müll auf den Straßen und in der Natur landet, anstatt in den dafür vorgesehenen Behältern. Die Schlussfolgerung ist eine denkbar einfache: Die Menschen orientieren sich an ihrer Umgebung. Nicht Verbote und Steuern sind die Lösung. Es wesentlich einfacher, stressärmer und günstiger. Man stelle einfach an jede erdenkliche Ecke einen Mülleimer. Wie der mehrfache Besuch dieser Anlage gezeigt hat: Das Gewissen meldet sich und die Menschen nutzen konsequent dieses Angebot.

Ein ähnliches Bild bietet sich auch an den öffentlichen Grillplätzen am See. Mal abgesehen davon, dass das Verhältnis in keinem Verhältnis zu einander steht, ist der „Grillplatz“ nicht sonderlich optisch einladend. Der Bereich ist zwar schön sichtgeschütz durch einige Hecken, aber ordentlich war er noch nie gewesen, als wir daran vorbeigelaufen sind. Deswegen nutzten wir ihn auch bisher nicht, auch wenn wir gelegentlich wirklich Lust dazu gehabt hätten, am See grillend zu chillen. Den anderen Teil, weswegen wir nur ungerne uns dorthin in die Nähe begeben, erwähne ich hier sicherheitshalber nicht. Zu schnell wird man in Gruppierungen gesteckt, wenn man sich falsch ausdrückt. Die Begründung interessiert dabei niemanden mehr.

Auf der schweizer Seeseite sieht es anders aus. 1. Haben sie deutlich mehr Plätze zur Verfügung. 2. Sind die gestellten Grillanlagen deutlich größer. 3. Sind sie in Form von Schiffen gebaut. Das Ambiente wird dadurch gesteigert. 4. Wer hätte es gedacht? An jedem Grillplatz steht ein Mülleimer. Aber das ist für mich noch gar nicht einmal das Faszinierendste.

Wie bringen sie die Menschen dazu, den Grill sauber zu halten? Sie fixieren einfach Putzwerkzeuge an den Grills! Einfach eine Stahlbürste an einer Leine. Und wie sehen die Grills aus? Tadellos sauber!

Aber am besten finde ich noch immer den Mülleimer am Straßenrand, der ein wenig weiter weg anzutreffen ist. Zunächst einmal fällt er durch seine kastenförmige Form auf. Mindestens zehn Minuten verbringen wir bei ihm, um ihn näher zu studieren. Wir sind einfach viel zu neugierige Menschen. Wir können keine Ruhe finden, bis wir das Funktionsprinzip und den Nutzen dessen verstanden haben. Aber unser Wissen reicht leider nicht aus. Wir müssen recherchieren.

Das Ergebnis: Es sind solarbetriebene Mülleimer. Wofür braucht ein Mülleimer Solarzellen – also Strom? Weil er eine Presse enthält. Diese drückt den Abfall regelmäßig zusammen. Dadurch passt mehr Müll rein. Ich behaupte auch mal ganz dreist, dass es dadurch weniger stinkt. Anscheinend haben diese Mülleimer sogar die Möglichkeit, per SMS zu benachrichtigen, sobald der Eimer voll ist. Wer kommt eigentlich auf so geniale Ideen?

Mein Ausflug zeigt mir wieder einmal: Nicht Verbote sind notwendig, um das Müllproblem einzudämmen. Es geht euch einfacher.

Ergänzung: Innsbruck hat auch eine originelle Lösung gefunden!

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